Einen Hund adoptieren: wo, wie und was Sie erwarten können

Einen Hund adoptieren: wo, wie und was Sie erwarten können

4 Min. Lesezeit, 735 Wörter

Nicht jedes neue Familienmitglied muss ein Welpe sein. In Tierheimen und bei Vermittlungsorganisationen warten viele Hunde auf ein neues Zuhause: junge und alte Hunde, Mischlinge und Rassehunde. Adoption kann eine gute Wahl sein, vorausgesetzt, Sie gehen sie ebenso bewusst an wie den Kauf eines Welpen.

Warum adoptieren?

  • Sie geben einem Hund eine neue Chance.
  • Bei einem erwachsenen Hund wissen Sie schon viel über Wesen, Größe und Gesundheit.
  • Ein erwachsener Hund ist oft schon stubenrein und kennt die Grundlagen.
  • Sie müssen nicht durch die anstrengende Welpenzeit, wenn diese nicht zu Ihrem Leben passt.

Adoption ist keine „einfache“ Lösung. Manche Hunde haben durch eine schwierige Vergangenheit oder mangelnde Sozialisierung ihr Päckchen zu tragen und brauchen Zeit und Geduld.

Wo adoptieren?

  • Anerkannte Tierheime: In Flandern müssen Tierheime anerkannt sein. Sie kennen ihre Hunde gut und begleiten Sie bei der Wahl.
  • Rassespezifische Vermittlung: Viele Rassevereine und Freiwilligengruppen suchen ein neues Zuhause für Hunde ihrer Rasse. Sie kennen die Eigenheiten der Rasse gut.
  • Auslandsadoption: Verschiedene Organisationen bringen Hunde aus dem Ausland nach Belgien, etwa Galgos Españoles und Podencos. Wählen Sie eine Organisation, die die gesetzlichen Regeln einhält: Der Hund muss gechippt sein, einen EU-Heimtierausweis haben und gegen Tollwut geimpft sein, und die Organisation muss in Belgien ordnungsgemäß arbeiten.

Seien Sie vorsichtig bei Anbietern, die Hunde „retten“, Ihnen aber kein Kennenlernen ermöglichen, den Hund ohne Papiere nach Hause liefern oder vor allem schnell bezahlt werden wollen. Eine seriöse Organisation stellt Fragen, gibt ehrliche Informationen und bleibt nach der Adoption erreichbar.

Bevor Sie sich entscheiden

  • Überlegen Sie, was zu Ihnen passt: Größe, Energie, Alter, Hundeerfahrung, Kinder oder andere Tiere im Haushalt.
  • Fragen Sie nach der Vorgeschichte: Wie kam der Hund ins Tierheim, wie verhält er sich bei Menschen, Kindern, Hunden und Katzen, und kann er allein bleiben?
  • Fragen Sie nach der Gesundheit: Welche Untersuchungen und Behandlungen wurden schon durchgeführt, und gibt es bekannte Probleme?
  • Besuchen Sie den Hund mehrmals und gehen Sie gemeinsam spazieren, bevor Sie entscheiden. Lassen Sie auch Ihre Haushaltsmitglieder und gegebenenfalls Ihren eigenen Hund Bekanntschaft mit ihm machen.

Auch bei einem Adoptivhund gilt: Lesen Sie das Rasseprofil, wenn es sich um einen Rassehund oder einen erkennbaren Mischling handelt. So wissen Sie, mit welchen Herausforderungen und gesundheitlichen Aspekten Sie rechnen müssen.

Praktisches und Rechtliches

Ein Hund aus einem anerkannten Tierheim ist gechippt und bei DogID registriert, geimpft und entwurmt und oft auch sterilisiert oder kastriert. Sie zahlen eine Schutzgebühr, die einen Teil dieser Kosten deckt. Bei der Adoption wird die Registrierung bei DogID auf Ihren Namen umgeschrieben. Mehr zu den Regeln in Flandern finden Sie im Dossier Ein Hund im Haus: Kosten, Zeit und Regeln.

Die ersten Wochen zu Hause

Eine oft genannte Faustregel ist die von drei Tagen, drei Wochen und drei Monaten:

  • Die ersten Tage: Ihr Hund ist oft unsicher, frisst vielleicht schlecht und zeigt noch wenig von seinem Wesen. Sorgen Sie für Ruhe, einen festen Platz und wenig Besuch.
  • Die ersten Wochen: Er lernt den Rhythmus des Hauses kennen und wird selbstsicherer. Jetzt können Sie behutsam mit Regeln und kurzen Übungen beginnen.
  • Die ersten Monate: Er fühlt sich wirklich zu Hause und baut eine Bindung zu Ihnen auf. Manchmal zeigen sich erst dann bestimmte Verhaltensweisen.

Seien Sie geduldig, halten Sie die Erwartungen realistisch und belohnen Sie, was gut läuft. Lassen Sie Ihren Hund anfangs auf unbekanntem Gelände nicht frei laufen, auch wenn er brav wirkt: Viele Adoptivhunde laufen in den ersten Wochen weg. Lesen Sie auch das Dossier Einen Welpen erziehen; die Prinzipien gelten auch für erwachsene Hunde.

Wenn es schwierig wird

Bei Angst, Problemen mit dem Alleinsein oder reaktivem Verhalten können Sie sich an das Tierheim oder die Organisation, Ihren Tierarzt und einen anerkannten Verhaltensexperten wenden. Eine gute Organisation nimmt einen Hund zurück, wenn es wirklich nicht geht; einen Hund selbst über das Internet weiterzugeben, ist keine gute Lösung.

Kurz gesagt

  • Adoption ist eine wertvolle Alternative, verlangt aber ebenso viel Überlegung wie der Kauf eines Welpen.
  • Wählen Sie ein anerkanntes Tierheim oder eine seriöse Organisation, auch bei Auslandsadoption.
  • Fragen Sie nach Vorgeschichte, Verhalten und Gesundheit und lernen Sie den Hund in Ruhe kennen.
  • Ein Adoptivhund ist gechippt, registriert und geimpft; die Registrierung wird auf Ihren Namen umgeschrieben.
  • Lassen Sie Ihrem Hund in den ersten Monaten Zeit und Ruhe, haben Sie Geduld und holen Sie Hilfe, wenn es schwierig wird.

Quellen

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